Lese-Ecke, die erste

Ich mach dann mal eine neue Kategorie auf, die ich Lese-Ecke nenne. Hier findet ihr in Zukunft alles rund um Buch und Lesen. Kommt nun in meinem Blog ja doch mal häufiger vor.

Heute möchte ich euch noch einmal bitten, dass mir jemand das „Reise-Buch“ „Alphavirus“ abnimmt. Die Idee sollte nicht hier bei mir sterben. Hier noch einmal die ganze Story: Mindsplint .Wer also fix mal die 100 Seiten lesen möchte, bitte unbedingt Adresse an mich schicken.

Heute habe ich das neue Buch von Sy Lengauer ausgelesen. Das ist ziemlich starker Tobak.

Vorab: Hier schreibt eine erstklassige Schreiberin. Eine die ihr Handwerk versteht. Hier stimmen die Sätze, die Dialoge sind sauber und spannend. Überhaupt – die Sprache zieht in die Geschichte hinein. So soll es sein.

Doch ihre Geschichten sind böse, dunkel, finster. So ist auch oft die Wahl ihrer Worte.

Sy schreit. Sie schreit davon, wie die Welt oft ist, aber nicht sein sollte. Sie klagt an mit heftigen Worten. Ihre Überraschungen sind nie gut, die Wendungen immer hin zum Finsteren. Nur einmal schreibt sie von Liebe: voller Verdacht, voller Angst.

Und dennoch kann man nicht aufhören zu lesen. Ich wollte duschen gehen, als ich das Buch aus der Hand legte.

Mit ihren Geschichten komme ich besser zurecht als mit den Gedichten. Die Gedichte sind wie laute Paukenschläge, die sich immer wiederholen. Immer wieder. Zu laut: ich habe es ja verstanden.

„Mottengedanken“ ist ein ungewöhnliches Buch. So schwarz wie sein Einband. Manchmal möchte man weinen. Manchmal es einfach zuklappen und nie wieder anfassen. Manchmal macht es ein schlechtes Gewissen: Ist so die Welt? Hätte man genauer hinsehen müssen? Es regt sich Widerstand. Sicher ist diese Welt auch so. Aber nicht nur so.

Ach Sy, ich hatte mir meine Welt gerade so schön gedacht. Trotz Pandemie. Und sie ist schön, diese Welt. Es passieren gute Dinge. Es gibt Happy Ends.

Ich werde das Buch sicher nicht noch einmal lesen. Aber da ist etwas in meinem Hinterkopf geblieben. Ein schwarzes Steinchen.

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Die Vermessung der Meere

DAs ist Tag 30 der Buchchallenge und noch einmal lieben Dank an Blaupause 7, die diese tolle Idee hatte.

Ein Bildband zum Schmökern steht heute auf dem Plan. Da habe ich ein wunderschönes Buch. Eigentlich ein Abenteuerbuch, geht es doch um die großen Entdeckungen und Entdecker.

Das Buch zeigt uns, wie Stück für Stück aus den Informationen der Seefahrer, aber auch der Landreisenden, die Meere kartographiert wurden.

Ein Schiff war immer eine Investition. Nicht gedacht zum Entdecken, sondern um wirtschaftliche Erfolge herein zu segeln. Ob es sich da um Prisen handelte oder gleich um Seeräuberei oder darum Handelswege und Handelspartner zu finden.

Die Karten sind zauberhaft und laden zum Träumen ein. So viele liebevolle Details wurden eingearbeitet, das schon das Betrachten der Karte ein Abenteuer ist.

Leider ist der Text eher wissenschaftlich historisch und an manchen Stellen trocken zu lesen. Da hätte ich mir etwas anders gewünscht. Aber letzten Endes ist das ein sehr präzises Buch, dem es hauptsächlich um Korrektheit geht.

Dennoch eine lohnende Investition. Für Seefahrt und Meer und Karten und Geschichtsinteressierte auch ein tolles Geschenk.

Eine Heldin in Afrika

Eine Buchheldin meines Herzens ist sicher Karen Blixen aus „Out of Africa“.

Ihre Geschichten zeugen von einer tiefen Einfühlsamkeit und auch Faszination für die Menschen und ihre Lebensweise in Kenia. Ihre stille Beharrlichkeit mit der sie sich um ihr Wohlergehen kümmert, lässt auch unter schwierigen Umständen nie nach.

„The introduction into my life of another race from mine, in Africa became to me a mysterious expansion of my world. My own voice and song in life there had a second set to it, and grew fuller und richer in the duet.“

Mehr als Glück oder Erfolg bindet sie eine tiefe Liebe an Afrika: an das Land, die Tiere, die Menschen.

Sie beerdigt eine große Liebe, Denys Finch Hatton, in den Ngong Bergen, an deren Fuß ihre Farm lag. Ihr Leben blieb blass, nachdem sie Afrika verlassen hatte.

Ihre Erinnerungen in „Out of Africa“ und „Shadows on the Grass“ sind ihre Hommage die größte Liebe ihres Lebens: Afrika.

Auch in diesem Fall setzt der Film völlig andere Schwerpunkte als das Buch, welches sich intensiv mit den Geschichten einzelner Menschen in Kenia auseinandersetzt. Im Film hingegen nehmen Beziehungsprobleme und Love Story einen viel größeren Teil ein.

Aber vielleicht wird nur so dieser Film daraus, der ansonsten so vieles richtig macht und wunderschöne Bilder zeigt.

Und so bin ich auch bei dieser Frage der Buchchallenge von blaupause 7 wieder in Afrika gelandet. Man sagt: Wer einmal in Afrika war, der wird es hassen oder lieben, etwas anderes lässt dieser Kontinent nicht zu.

Klappentext – Rückschmonze

Habe ich jemals ein Buch wegen des Klappentextes gekauft? Schon oft. Auf den Sonderangebotstischen lasse ich mich durchaus davon leiten.

Vor Jahrzehnten hat mich folgender Klappentext zu Hannah Green alias Joanne Greenberg geführt.

Janice und Abel können sich nur durch Gesten miteinander verständigen. Sie leben in einer Welt ohne Töne. Welche Schwierigkeiten und Demütigungen sie durch ihre Umwelt erleben und welche Freude und Schmerzen mit ihren gesunden Kindern, von ihrer Armut und ihrem Lebenswillen erzählt dieser mitfühlende, authentische und ungewöhnliche Roman. (Äh, so steht der Satz da.)

Gebärdensprache hat mich schon immer fasziniert. Also kaufte ich dieses Buch. Und las alle weiteren von Hannah Green. Wie ihr berühmtestes: Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen, ein Roman über eine 16jährige Schizophrene.

Oft erzählt sie von Menschen am Rande oder jenseits des Normalen, immer einfühlsam, immer uns eine Welt zeigend, die für uns nicht wirklich vorstellbar ist. Und sie zeigt, wie deren Welten mit unseren Anforderungen an Anpassung kollidieren.

Viele ihrer Bücher sind auf Deutsch gar nicht mehr zu bekommen. Die meisten erschienen bei Rowohlt. Lesen sollte man auf jeden Fall den „Rosengarten“.

Tag 24 – durchhalten angesagt

Was ich angefangen habe, halte ich durch. Aber die Buch Challenge sollte mich lehren, so etwas nicht wieder zu tun.

Ich habe oft mehrere Beiträge auf Halde geschrieben, um einen Tag „schreibfrei“ zu bekommen. Ab und zu mache ich noch was anderes als bloggen. Ich lese voller Erstaunen die oft täglichen und ausführlichen Veröffentlichungen anderer Blogger und frage mich: wie? Wie kriegen die das hin? Ok, zugegebenerweise ist Quantität häufig nicht gleich Qualität.

Zurück zur Challenge. Ich finde, die Fragen werden auch zäher. Ist ja echt auch nicht einfach, 30 sinnige Fragen zum Thema Buch lesen zu finden. Viele Fragen haben mächtig viel Spaß gemacht, weil man in Bücherschrank und Kopfschrank mal wieder rausgekramt hat, was man alles so gelesen hat. Dafür noch einmal Dank an Blaupause 7.

Heute also zum Thema, welches Buch ich gerne verfilmt sehen würde.

Keines. Für mich kann ein Film nie tragen, was ein Buch erzählt. Ein Buch zu lesen, ist für mich pures Kopfkino. Das geht bis in Details von Farben und Gerüchen. Jeder Film muss mich enttäuschen. Am schlimmsten, wenn er das Buch ganz anders interpretiert als ich. Das steht Film gegen Film.

Es gibt ein paar geniale Filmemacher, die ein Buch nur als Vorlage benutzen und etwas ganz eigenes daraus machen. Das finde ich zulässig und oft sehr sehr gut.

Ich mach jetzt hier Schluss. Muss mich noch um die Fragen von morgen und übermorgen kümmern. Muss mich sputen.

Ein Albtraum von einem Comic

Heute kann ich gleich zwei Fragen auf einmal beantworten: die nach meinem Lieblingscomic und die nach einem albtraumhaften Buch. (Tag 21 und 22)

Wusstet ihr, dass man Albtraum auch Alptraum schreiben kann. Hey, das ist doch mal eine tolle Rechtschreibregel: Mach, was du willst!

Ich habe nicht einmal als Kind Comics gelesen, vielleicht mal ein paar im Fernsehen gesehen. Denen konnte man in den Anfangszeiten des Fernsehens und zu Zeiten der eifrigen Walt Disney Zeichenfabrik kaum entgehen.

Als Erwachsener: schon gar nicht. Nicht mal Asterix fand ich so richtig witzig. Und Filme gucke ich immer noch nicht: weder Disney noch Anime. Obwohl ich zugeben muss, das die Sache mit dem Koch und der Maus …

Und ich erinnere mich an kein Buch, das mir einen Albtraum verursachte (Darf ich auch oben Alp und unten Alb schreiben? Oder ist das zuviel Freiheit?).

Aber vielleicht kann ich das Ganze so zusammen führen.

Traum:

Ich saß in einer Holzhütte mit dem Rücken zur Wand, das Licht war schummrig und ich fürchtete mich. Ich wartete auf irgend etwas. Plötzlich krachte es gegen die Tür, sie flog auf und draußen stand eine 4 Meter große Mickey Mouse in roter kurzer Hose mit Hosenträgern und polterte mich an: „Wir sind die Heiligen Drei Könige und bringen das Nilpferd. Wohin nun damit?“

Gottseidank endete der Traum hier, da ich schweißgebadet aufwachte.

Ein Albtraum von Comic!

Fachwerk und kein Ende

Eine Fachwerkhaus Challenge? Wo sollte ich da anfangen? Ich lebe hier inmitten von Fachwerkhäusern. Das meine, die um mich herum. die im Dorf. Die im nächsten Dorf. Die in Büdingen und in Butzbach und in jedem kleinen alten Ortskern.

Fast alle denkmalgeschützt oder ensemblegeschützt, die meisten renoviert, gepflegt, gehegt und geliebt.

Nur kein Fotomotiv. Fachwerk ist hier ganz normal. Wo sollte ich da anfangen zu fotografieren?

Aber ich spiele mit. Ausgelöst hat den Fachwerk Hype https://royusch-unterwegs.com/2020/07/17/fachwerkhauser-in-der-frankischen-schweiz/

Also gibt es hier Fachwerk aus Wetzlar, Seligenstadt, Büdingen, Groß Umstadt …

Nie fotografiert wegen des Fachwerks, sondern wegen des Wetters, der Beleuchtung, etwas Ungewöhnlichem… Hach, sollte ich Fachwerk wegen Fachwerk fotografieren – ich käme zu keinem Ende.

cof

Wir leben jetzt glücklich in einem sehr alten Land …

Wir leben jetzt glücklich in einem sehr alten Land, wo Maßliebchen aus den Mündern längst toter Männer wachsen und Rosen aus den Lenden heiliger Jungfrauen, die nie ein Kind geboren haben – und das sind schönere Epitaphe als die, die man auf Grabsteinen liest. Für Ruarri den Wolf wird es keine Rosen geben, denn er ist verbrannt, und was von ihm geblieben ist, hat man auf Grund einer verstaubten gesetzlichen Bestimmung in der Morrisonschen Familiengruft unter einem Granitstein beigesetzt.

Aber es gibt ein Epitaph – dieses Buch –, und es ist in liebevoller Erinnerung an ihn geschrieben. Dies sind die Worte, mit denen es schließt:

Ich vermisse dich, Bruder Wolf. . . Gott, wie ich dich vermisse.

Wir sind in Tag 17 der BookChallenge. Das hier ist ein Buch eines meiner Lieblingsschriftsteller.

Ein Schriftsteller reist zu den abgelegenen, windgepeitschten Inseln der Äußeren Hebriden Schottlands, um Ruhe zu finden. Aber sein Treffen mit zwei Fremden vervollständigt ein Dreieck, das eine Geschichte von Wahnsinn und Terror auslöst. Der Sommer des Roten Wolfes ist eine abenteuerliche Erzählung in einer rauen Landschaft. Sie hat wirklich alles, was ein Abenteuer braucht. Und natürlich Schottland, die Highlands und die Inseln – und vor allem natürlich Schottland.

Das Gestern war ein zugeklapptes Buch, weil morgen ein neuer Tag war und wir dann wieder einander fremd wären. Und es war nur gut, daß wir beide nicht ahnten, was Muirgin, die schaumgeborene Zaubergöttin der Kelten, in unser beider Schicksal webte.

Was sie an jenem Tag für uns webte, war schlicht und schön. Wenn Zauber dabei war, dann war er heilsam für mich. Da war die Musik fremder Namen: Morvich und Auchtertyre, Balmacara und Luib, Sligachan und Kansaleyre. Da lag das schwarze Boot auf einem Kieselstrand, und fünf Meilen im Umkreis war kein Mann, keine Frau, kein Kind zu sehen; da war der alte, der uralte Mann, der bis zu den Knien in einem Forellenbach stand und seine Angel so feierlich auswarf, als sei es ein heiliger Ritus; da waren die Cuilliens, hoch und majestätisch, erloschene Vulkane aus der Zeit der Sintflut; da waren der goldene Blasentang, der wie ein Teppich auf den schwarzen Felsen unterhalb der Gezeitenmarke lag, und die Schwärme weißer Möwen über den weißen Häusern am Ufer. Da war die Frau, die das gemähte Gras umdrehte und zu Puppen häufte; da war die Herde schwarzköpfiger Schafe mit ihrem Hirten, der sie über die Straße trieb, während wir anhielten, damit er sie überqueren konnte. Und überall war dort Heide und grünes Moos und manchmal eine Holzbude und hin und wieder riesige Felsbrocken, die ein Gletscher dort hinterlassen hatte.

Morris West war einer der großen Geschichtenerzähler des 20. Jahrhunderts. Er schrieb 28 Romane, von etlichen gibt es eine Filmversion.

Ich habe sie alle gelesen und kann sie alle empfehlen. Der Salamander, Des Teufels Advokat, In den Schuhen des Fischers, Der Turm von Babel, Nacktes Land, Die Gaukler Gottes.

Aber dieses – Der rote Wolf – ist vor allem für Schottlandfans eine absolute Empfehlung.

Eine Geschichte von Drachen

Am 14. Tag der Bookchallenge, also heute, geht es um eine Buchreihe, die man komplett gelesen hat. Da es morgen um eine Buchreihe geht, die mehr als drei Bände hat, kann ich heute gleich beide Fragen beantworten.

Also als erstes muss ich hier jetzt wohl endlich zugeben, dass ich mich über zwei Jahrzehnte meines Lebens fanatisch mit SciFi beschäftigt habe. Perry Rhodan habe ich nie gelesen. Aber natürlich sämtliche Klassiker, alle Lems, Dicks und auch einige komplette Reihen. Dazu gehören z.B. die Bücher des Wüstenplaneten, alle Romane von Marion Zimmer Bradley, Ursula K. Lequin und – hier zu besprechen – Anne McCaffreys Drachenreiter Zyklus, der zwanzig Bücher umfasst.

Pern, die Welt der Drachenreiter, entstand nicht auf dem Reißbrett. Es begann mit einer Kurzgeschichte, dann einem Buch, das aber gar nicht weiter geführt werden sollte, dann zwei weiteren Bänden usw. usw.

Die ökologischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten und Entwicklungen sind deshalb nicht immer konsequent und stringent, dafür ist Anne McCaffrey eine tolle Geschichtenerzählerin, die einem immer bei der Stange hält.

Was könnte einem Drachenliebhaber also Besseres passieren als eine ganze 20 Buch lange Serie.

Erste menschliche Siedler nahmen den Planeten Pern in Besitz, siedelten die von der Erde mitgebrachten Delfine im Meer an und unternahmen sogar erste Versuche, die kleinen Echsen, die auf Pern lebten und die sie Drachen nannten, so zu verändern, dass sie intelligenter werden. Hunderte Jahre nach der Erstbesiedelung kam es zur Katastrophe: Ein wandernder Planeten, der rote Stern, der Pern in unregelmäßigen Abständen gefährlich nahe kommt stößt Sporen aus, die sich in der Atmosphäre Perns zu langen Fäden entrollen, die sich wiederum in den Boden bohren und alles verbrennen, womit sie in Berührung kommen. Die Kolonien gingen in Flammen auf, und viele der Siedler starben im sogenannten Fädenfall.

Allerdings bemerkte einer der Wissenschaftler, dass die kleinen Eidechsen ein bestimmtes Mineral fressen, das ihnen erlaubt, Feuer zu spucken, mit dem sie die Fäden zerstören können, ehe sie die Oberfläche erreichen. Die Menschen beschlossen, sich das zunutze zu machen, indem sie die Drachen größer und intelligenter machten, bis sie am Ende sogar eine telepathische Begabung entwickelten. Zusammen mit ihren menschlichen Reitern sollten sie in Zukunft die Siedler vor den Fäden schützen.

Wie es weiter geht, könnt ihr im Drachenreiter Zyklus lesen.

PS: Ich habe mich schon vor etlicher Zeit von meiner 3000 Bücher umfasssenden SciFi Bücher Sammlung getrennt. Sie hat im Übrigen – gut durchsortiert wie sie war – auch noch eine Menge Geld gebracht.

Wie schon mal dargestellt, bin ich jemand, der sich von dem meisten gelesenen Büchern trennen kann. Es kommen immer so viel nach, die noch gelesen werden wollen.

Tag 13 und 19 der Bookchallenge – ein Horror

Hiermit erledige ich gleich zwei Fragen der Book Challenge und habe mir so einen freien Tag erkauft.

Ein Genre, das ich überhaupt nicht mag, sind Horror- oder Gruselromane. Auch solche Filme mag ich nicht. Ich hasse es, vor dem Fernseher zu sitzen und mich ständig über Sachen zu erschrecken, die ich eigentlich erschreckend banal und trivial finde. Gruselig!

Gottseidank keine Regel ohne Ausnahmen. Mit einigen Stephen King Romanen kann ich mich sehr wohl anfreunden.

Ich mag es, wenn der Horror sich aus dem völlig Normalen heraus entwickelt und es keine Dämonen und Ungeheuer braucht als unseren eigenen, um es zum Schlimmsten kommen zu lassen. Needful Little Things, ich glaube der deutsche Titel heißt – In einer kleinen Stadt – ist dafür ein Beispiel.

Gelesen habe ich hingegen mit Hingabe: The Stand – das letzte Gefecht. Ich mag Dystopien und diese ist mega spannend. Das Werk ist definitiv episch. Und damit entledige ich mich der Aufgabe von Tag 19, denn die im Jahr 2016 erschienene Neufassung hat über 1700 Seiten. Überdies hochaktuell, da die Bevölkerung von einem Grippevirus ausgerottet wurde.

Shogun

Die 30dayBookChallenge ruft heute nach einem Buch aus einem anderen Kulturkreis. Dieser Roman spielt nicht nur in einem anderen Kulturkreis sondern zeigt darüber hinaus den Zusammenstoß zweier Kulturen.

Neben all der großen und geschichtsbestimmenden Politik zeichnet James Clavell hier eine Kultur, die aus völlig anderen Wurzeln stammt und von vielen uns Europäern fremden Werten beherrscht wird.

Und er erzählt, was geschieht, wenn Welten aufeinander prallen. Natürlich ist es dabei auch ein wundervoller Schmöker, ein Abenteuerroman inklusive romantischer Liebe …

Aber wer sagt, dass wir Wissen nicht gerne gut verpackt genießen?

Gibt man einfach „Shogun“ bei Google ein, so erfährt man als erstes etwas über eine amerikanische Fernsehserie. Auf Amazon findet man eine Buch-Rezension, die da heißt: Für Fans der Serie ein Muss! Ach so rum läuft das jetzt!

Plötzlich fühle ich mich alt und einsam. Gottseidank habe ich ja euch, die Teilnehmer an einer Bücher Challenge. Aber wie viele sind wir noch?

PS: Noch schnell nur aus der Erinnerung diese wundervoll, grausige Szene, in der er Hauptakteur einen Fasan jagt und ihn zum Abhängen auf die Veranda? hängt. Der gesamte japanische Haushalt steht ob dieser Obszönität Kopf. Derjenige – der Koch? – der sich schließlich bereit erklärt, den Fasan zu entfernen, stürzt sich hinterher in sein Schwert, weil er einem Befehl des Herrn nicht gehorcht hatte.

So if you see us sitting on beaches with a big book, weeping, you’ll know why.

Book Challenge Tag 11

Heute kein Status, keine Vorreden

Ein Buch, das ich empfehlen würde? Mehr als das! Ihr müsst es lesen!

Es ist ein Buch, um zu weinen, zu staunen, ungläubig zu sein, fasziniert, verwirrt, versessen. Es ist ein Buch über das Menschsein und wie weit es gehen kann.

Lest alles hier:
https://altwerdenisnixfuerweicheier.blog/2020/06/13/a-little-life/
oder hier:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-sensation-ein-wenig-leben-das-buch-das-seine-leser-zum-weinen-bringt-1.3352689
oder hier:
https://www.theguardian.com/books/2016/jan/20/a-little-life-why-everyone-should-read-this-modern-day-classic

Hanya Yanagihara: A Little Life. Ein wenig Leben.

Akzeptieren, was ist ? 30daysBookChallenge

Genau das sollte man manchmal eben nicht tun. Dieses Büchlein hat mich geradezu böse gemacht und ist dementsprechend mit viel Schwung in der Papiertonne gelandet.

Ich stehe sowieso nicht auf Selbsthilfe Bücher. Aber irgendwie hatte irgendwer dieses Buch als klar, warmherzig und weiß nicht was noch beschrieben, deshalb kam es mit auf die große Bestell-Liste.

Es geht darum zu akzeptieren, was ist. Loslassen können. Sein eigenes Denken verändern. Achtsamkeit. Und so weiter … ihr wisst schon.
Zu all diesen Dingen kann kann man in den Basiswerken der Esoterik wichtige und bedenkenswerte Dinge finden.

Nicht in diesem Büchlein. Der süßliche Einband hätte mich schon misstrauisch machen sollen. Es gibt in diesem Buch so absolut nichts Neues zu finden zu den o.g. Themen. Alles wird nur wiedergekäut.

Ich empfand es als ausgesprochen seicht, in der Sprache plump belehrend. Willkürlich herausgegriffene Themen, Einzelbeispiele, die oft nicht mal aufs Thema passen.

Wer sich hier Hilfe verspricht: das ist als wolle man ein bereits einmal benutztes Kinderpflaster auf eine klaffende Kopfwunde kleben.

Bitte nicht kaufen: „Akzeptieren, was ist: Loslassen und inneren Frieden finden (Achtsam leben)“ von Rosette Poletti

Wie ich lernte, Marmor zu lieben

Status der BookChallenge

Kindheitsbuch: Die Höhlenkinder
Tiertitelbuch: Der Pferdeflüsterer
Zahl im Titel-Buch: Hausschatzkalender für die katholische Familie 1931
Grünes Cover Buch: Thorwald: Die Patienten
Wollte-eigentlich-lesen-Buch: Keines

Heute: eine Biografie

Allen die sich ein wenig für klassische Kunst, Bildhauerei, Geschichte, Florenz, das Italien der Päpste und Intrigen interessieren, möchte ich diese Romanbiografie wirklich ans Herz legen. Irving Stone: Michelangelo.

Von Beginn an hat mich diese Geschichte gepackt. Leidenschaft und Besessenheit begleiten jeden Schritt in Michelangelos Lebensweg. Seine Erfahrungen mit den Werkstoffen, mit Marmor und Bronze, seine Begegnungen mit anderen Künstlern, seine Rivalität zu Leonardo.

Kunstgeschichte und Politik im 16. Jahrhundert, die Päpste und die Medici und ihre Intrigen – das ist das Umfeld, in dem Michelangelo seine Werke schafft.

Ich habe versucht, so viele wie möglich seiner Werke zu sehen. Und ich kann dieses Buch immer wieder lesen.

Man muss sprachlos vor der Pièta stehen, um zu sehen, wofür sich seine heimlichen, unter Bedrohung der Todesstrafe durchgeführten Obduktionen gelohnt haben. Neben dem Ausdruck zeigt er hier seine ungeheure technische Brillanz.

Natürlich gibt es Biografien, die an Michelangelo weit weniger emotional heran gehen. Aber ich finde, diese Romanbiografie fängt die Besessenheit eines Genies, „Gottes eigenem Kind“, am allerbesten ein.

Lüttepit: 30DaysBookChallenge

Status der BookChallenge

Kindheitsbuch: Die Höhlenkinder
Tiertitelbuch: Der Pferdeflüsterer
Zahl im Titel-Buch: Hausschatzkalender für die katholische Familie 1931
Grünes Cover Buch: Thorwald: Die Patienten
Wollte-eigentlich-lesen-Buch: Keines
Ein Mehr-als- 4 -Worte- im-Titel Buch: Lüttepit oder Unglaubliche Abenteuer eines wirklichen Zwergs

Genau. Darüber reden wir jetzt: Ein endlos Titel Buch. Da liegt bei mir eines gleich oben auf einem Stapel, weil ich es liebe und der bunte Einband ein Hingucker ist.

Lüttepit oder Unglaubliche Abenteuer eines wirklichen Zwergs von L. Askenazy ist leider nur noch antiquarisch erhältlich. Das Kinderbuch ist nicht nur mit witzigen Zeichnungen versehen, sondern lockt auch mit jeder Menge Abenteuern, wie z.B.

Dreizehntes Kapitel, über das Wohnen in Hüten – Nimmersatt weiht Lüttepit in die Kunst des Regierens ein während Pipina den Mond betrachtet.

Die Geschichten sind fantasievoll, klug und dabei auch lehrreich. Im ersten Kapitel erfahren wir gleich von Lüttepits großem Leiden.

Auf dem Bild jedoch stand Lüttepit der Zwerg und neben ihm eine weiße, gut gemästete Gans. Sie wussten nicht, weshalb sie sich auf demselben Bild befanden, denn das Märchen, das von ihnen handelte, kannten sie nicht. Sie waren eben zusammen hingemalt und mussten nun wohl oder übel miteinander zurecht kommen. Darin glichen sie manchen Menschen. Weder wussten sie, wie ihr Märchen anfing, noch wie es endete, noch was weiter mit ihnen geschah. Sie wunderten sich zwar nicht wenig über dieses seltsame Zusammentreffen, aber, wie man so sagt, das Leben hatte sie zusammen geführt.
Die beiden waren grundverschiedenen Wesens. Die Gans war groß und unverträglich, lauter gack-gack und Flügelschlagen und Stopfnudeln und Wasser. Der Zwerg dagegen war zierlich, hatte einen langen Bart und einen gebildeten Geist. Aber gegen die Gans, ja gegen die Gans war er viel zu klein. Er konnte sogar Fremdsprachen – Russisch wie geschmiert, Englisch in Wort und Schrift und Französisch wenigstens Zeitung lesen. Er war ein nachdenklicher Zwerg, der von früh bis spät darüber nachgrübelte, warum ihn das Leben wohl mit der Gans in dasselbe Bild gestellt hatte.

Ich würde es auch auch heute mit bestem Gewissen verschenken.

Keine Antwort ist auch eine

Hier wie immer erst einmal der aktuelle Status: Frageliste und Antworten 1-4. Dann kommen wir zu Frage No5 am 5. Juli und ich bin up to date.

Kindheitsbuch: Die Höhlenkinder
Tiertitelbuch: Der Pferdeflüsterer
Zahl im Titel-Buch: Hausschatzkalender für die katholische Familie 1931
Grünes Cover Buch: Thorwald: Die Patienten

Frage No5 der BookChallenge, die da lautet: Welches Buch wolltest du schon immer einmal lesen, kann ich nur antworten: Keines.

Ich war in der glücklichen Lage, mir immer alles beschaffen zu können, was ich lesen wollte. Und weshalb sollte ich ein Buch nicht lesen, das ich lesen wollte? Zu schwierig, zu kitschig, zu dick, zu – ja ich weiß nicht was … Eigentlich fällt mir kein Grund ein. Also bleibt es dabei: Keines.

Das hat natürlich nichts mit meinem riesigen SUB zu tun. Und der ist gewachsen, seitdem ich hier bei den Teilnehmern der Challenge stöbere. Dafür an dieser Stelle mal wieder Dank an Ulrike von Blaupause7

Aber es ist ja nicht so, dass ich diese Bücher eigentlich lesen wollte , ich werde sie noch lesen. Alle. Irgendwann. Wahrscheinlich. Dazu verweise ich hier gerne noch einmal auf den Artikel zu Umberto Ecos Antibibliothek.

Dafür gibt es heute einmal die Liste aller bisher an der Challenge Teilnehmenden. Ich werde sie gleich einmal alle besuchen.

Bette Davis left the Bookshop

wortverloren

Kraut und Kleid

aequitasetveritas

Wortgerinnsel

wortman

vro jongliert

Irgendwas ist immer

Verfilmt & Zerlesen

Anicas Medienwelten

Corlys Lesewelt

Myriade

Ola

Ich lese

Tempest

Norbpress

Ein antiquarischer Kalender und ein Stück Medizingeschichte

Da ich in der Book Challenge nachhinke, gibt es heute die Antworten auf die Fragen No3 und No4. Ich liste zu Übersichtszecken an dieser Stelle immer die bereits beantworteten Fragen und ihre Antworten auf. Und alle meine BookChallenge Artikel findet jetzt ganz einfach über den Link in der Leiste oben im Blog.

  1. Kindheitsbuch: Die Höhlenkinder
  2. Tiertitelbuch: Der Pferdeflüsterer

Zu No3, eine Zahl und No4, Grüner Einband habe ich einfach ins Regal gegriffen und das erste genommen, das ich fand.

Also präsentiere ich euch die Zahl 1931, eine Jahreszahl. Denn aus diesem Jahr stammt der Hausschatz Kalender für die Katholische Familie.

Ein recht dickes Buch mit allerlei Nützlichem, Kalendarischen, vielen Geschichten mit Moral, Witzchen, Comis, Aufmunterung, Belehrendem und Ermahnungen. Ein wenig Werbung darf nicht fehlen . Und zwischen Komik und Kanonen findet sich immer wieder ein Stück Schnittmuster.Eine wundervolle Abbildung der Zeitgeschichte.

Besonders erbaulich in diesem Jahr: ein Blick in die Zukunft des Jahres 2000.

Rechts ein Hochhaus mit 80 Stockwerken. Oben: ein Raketenflugzeug, dass in 4 Std. von Europa nach Amerika fliegt. Dann: eine Schwebebahn, die 200 km/h fährt. Und: ein riesiges Flugboot für den Verkehr von Erdteil zu Erdteil.

Und zum Schluss für die Mädels unter uns ein paar echt heiße Tipps für das häusliche Glück.

Die Ordnung ist die stärkste Stütze der Gesundheit und Heiterkeit.
Mangel und Sorgen nagen wie Mottenfraß am häuslichen Glück, drum beuge rechtzeitig vor durch treuen Fleiß, durch Berechnung, Sparsamkeit und Ordnung.
Nachgiebigkeit in kleinen Dingen ist eine der segensreichsten Blüten in dem Kranze der Pflichten, die uns die Ehe auferlegt.
Pflege die Heiterkeit, sie gibt dem Hause Sonnenwärme.“

Ich habs mal groß gelassen, dann könnt ihr weiterlesen.

Der grüne Einband ist schon ganz schön verblichen. Dieses Buch habe ich viele Male gelesen.

Es ist ein Buch, das zwar auch von Medizin und deren Fortschritten handelt, hauptsächlich aber von Menschen. Es sind die Geschichten der Verzweiflung und des Wagemuts der Patienten, die die ersten waren. Die ersten Nierentransplantierten, die ersten Herztransplantierten und die ersten Ersatzteilträger. Erstaunliche Geschichten von Versuch und Irrtum und von fast unglaublichen Triumphen.

Jürgen Thorwald erinnert in „Die Patienten“ daran, dass wir heute nie da wären, wo wir sind ohne den Todesmut dieser ersten Patienten. Neben ihren persönlichen Geschichten lernen wir auch die Pioniere der Medizin kennen, die sich an diesen ersten Operationen beteiligt waren. Die Wissenschaflter wie Biologen, Chemiker, Ingenieure, Chirurgen. Es ist gut, sich zu erinnern, welcher Kampf hinter den Dingen steht, die für uns heute selbstverständlich sind.

Ich habe Jürgen Thorwalds andere Bücher fast alle gelesen – außer den Kriegsgeschichten – und dabei immer auf spannende Art etwas gelernt. Bersonders lohnend fand ich „Die Stunde der Detektive“ über die Entwicklung der Kriminalistik und „Das Weltreich der Chirurgie“.

Dies ist eine gute Challenge. So viele Möglichkeiten sich zu erinnern. Auf immer neuen Wegen.

Also noch einmal Dank an  Ulrike von Blaupause 7.

Nun doch mal …

Ich nehme weder an Awards noch an Challenges teil. Ich habe genug eigene Themen und ab und zu – nur ab und zu – kümmere ich mich noch um etwas anderes als den Blog.

Aber die 30 Days Book Challenge geistert nun seit Tagen bei meinen Blogger Freunden herum und ich bin dem Thema erlegen. Manche der Fragen sind ganz einfach zu beantworten, einige erfordern Überlegen.

In die Welt gesetzt hat diese Challenge Ulrike von Blaupause 7.

Also gibt es ab heute hin und wieder einen weniger fotobeladenen Artikel.

Ich freue mich darauf, auch bei anderen auf diesem Wege auf neue Bücher zu stoßen. Gerade habe ich Elif Shafak  “Die vierzig Geheimnisse der Liebe” bestellt, weil sich Christiane von „Irgendwas ist immer“ letztendlich für dieses Buch zu Frage Nummer drei entschieden hat: Ein Buch mit einer Zahl im Titel.

Meine Antwort zu Frage No1: ein Buch aus deiner Kindheit, ist sofort klar: Die Höhlenkinder Trilogie von A. Th. Sonnleitner, Die Geschichte ist spannend: Irgendwann kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg werden zwei Kinder in ein Tal verschlagen, in das nur ein Weg führt. Die Klamm stürzt hinter ihnen ein und sie sind gefangen. Jetzt demonstriert der Autor die ganze Menschheitsgeschichte von der Steinzeit über die Bronze bis zur Eisenzeit am Beispiel dieser Kinder. Mit allen Katastrophen, die passieren können. Mit all den wichtigen Erfindungen der Menschheit.

Ich habe angefangen dieses Buch zu lesen als ich acht war und es hat mich Jahre begleitet. Ich habe aus Lego Webstühle gebaut und mich mit der Befeuerung von Brennöfen auseinander gesetzt. Ich finde es heute noch spannend.

Und weil ich ein wenig aufholen muss, hier eine sehr kurze Antwort auf Frage No2: ein Buch mit einem Tier im Titel. Um Nicholas Evans Der Pferdeflüsterer kommt ein Pferdefreund und Reiter kaum herum. Und dann spielt es auch noch im Cowboyland. Ich war mein Leben lang in die kleinen toughen Quarterhorses verliebt, war 50 Jahre lang täglich im Stall, habe Rinder durch weite Täler getrieben, Babykühe mit Lasso gefangen und fahre einen Hänger rückwärts überall hin. Zu dieser Frage kann mir gar nichts anderes spontan einfallen.

Umberto Ecos Antibibliothek

Der Autor Nassim Nicholas Taleb setzt sich in seinem Buch „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ u.a. mit der ungewöhnlichen Einstellung Umberto Ecos zu Büchern auseinander und bezeichnet sie als eine Parabel für eine sinnvolle Beziehung zu Wissen.

The writer Umberto Eco belongs to that small class of scholars who are encyclopedic, insightful, and nondull. He is the owner of a large personal library (containing thirty thousand books), and separates visitors into two categories: those who react with “Wow! Signore professore dottore Eco, what a library you have! How many of these books have you read?” and the others — a very small minority — who get the point that a private library is not an ego-boosting appendage but a research tool. Read books are far less valuable than unread ones. The library should contain as much of what you do not know as your financial means, mortgage rates, and the currently tight real-estate market allows you to put there. You will accumulate more knowledge and more books as you grow older, and the growing number of unread books on the shelves will look at you menacingly. Indeed, the more you know, the larger the rows of unread books. Let us call this collection of unread books an antilibrary.

Der Schriftsteller Umberto Eco gehört zu jener kleinen Klasse von Gelehrten, die enzyklopädisch,einsichtsvoll und unlangweilig sind. Er ist Besitzer einer großen persönlichen Bibliothek (mit dreißigtausend Büchern) und teilt die Besucher in zwei Kategorien ein: diejenigen, die mit „Wow! Signore professore dottore Eco, was für eine Bibliothek Sie haben! Wie viele dieser Bücher haben Sie gelesen?“ und die anderen – eine sehr kleine Minderheit -, die begreifen, dass eine Privatbibliothek kein Ego stärkendes Beiwerk, sondern ein Forschungsinstrument ist. Gelesene Bücher sind weit weniger wertvoll als ungelesene. Die Bibliothek sollte so viel von dem enthalten, was Sie nicht wissen, wie Ihre finanziellen Mittel, Hypothekenzinsen und der gegenwärtig angespannte Immobilienmarkt Ihnen erlauben, dort zu investieren. Wenn Sie älter werden, werden Sie mehr Wissen und mehr Bücher ansammeln, und die wachsende Zahl ungelesener Bücher in den Regalen wird Sie bedrohlich anschauen. In der Tat, je mehr Sie wissen, desto größer werden die Reihen ungelesener Bücher. Nennen wir diese Sammlung ungelesener Bücher eine Antibibliothek.

Taleb glaubt, wir überschätzen unser Wissen, betrachten es als wertvolles Eigentum, etwas, dass uns weiter bringt und unterschätzen bei weiten das, was wir nicht wissen, und das uns dann völlig überraschend überfällt.

Und statt daraus zu lernen, werden wir verzweifelt versuchen, alle unerklärbaren Vorfälle mit Bekanntem zu erklären, mit dem, was wir schon wissen.

Diese Einstellung hindert uns letzten Endes am Lernen.

An diesen spannenden Gedanken gefällt mir persönlich am besten die Vorstellung inmitten von Wissen zu sitzen, ohne den Anspruch, mir dieses Wissen aneignen zu müssen, da es sowieso nicht möglich ist, alles zu wissen. Und schon fallen bei mir Blockaden. Jetzt ist es mir erlaubt, das Wissen aufzunehmen, was mir gerade am wertvollsten erscheint, irgendein Wissen. Aus allem zu lernen, was mir begegnet, in meinem Tempo, in meiner Menge, auf meine Art. Sozusagen völlig ungezwungen.

Es ist eine Art Entschuldigung für Nichtwissen, allerdings niemals eine Entschuldigung für Desinteresse oder Nicht-Offenheit oder einen nicht vorhandenen Wissensdurst.

Ich werde also meine Antibibliothek weiter pflegen. Z.B. mit dem oben erwähnten Buch, das ich höchstens quer gelesen habe und in dem ich nur durch Zufall an der Geschichte mit Umberto Ecos Bibliothek hängen blieb.

A Little Life

In diesem Buch geht es um Grausamkeiten, um endlose Liebe und um Verlorenheit.

Dieser Satz ist nicht stark genug.

Nicht stark genug, um die Grausamkeit der Grausamkeiten, die Wahrheit der Liebe und die Machtlosigkeit in völliger Verlorenheit zu beschreiben.

Jedes Wort mehr über den Inhalt wäre falsch.

Ein Buch, dass mich wirklich anfasst, bringt mich zum Weinen. Das sind wenige. Und das liegt nicht so sehr an ihrem Inhalt wie an ihrer Sprache.

Ich habe dieses Buch im Original, in Englisch, begonnen. Vermessen. Dieses Buch ist wortgewaltig, bildgewaltig. Es reizt die Grenzen von Sprache manchmal bis an den Rand aus.

Dazu zählen anspruchsvolle Satzkonstruktionen, neun Zeilen lange Sätze, die die Möglichkeiten von Satzzeichen bis an die Schmerzgrenze dehnen.

„But then the feeling would dissipate, and he would be left alone to scan the art sections of the paper, and read about other people who were doing the kind of things he didn’t ever habe the expansiveness, the arrogance of imagination to dream of, and in those hours the world would feel very large, and the lake very empty, and the night very black, and he would wish he were back in Wyoming, waiting at the end oof the road for Hemming, where the only path he had to navigate was the one back to his parents house, where the porch light washed the night with honey.“

Die Nacht in Honig baden …

Bis zur Seite 60 hatte ich folgende Wörter gelernt:

daub – Schmiererei, Farbfleck
garish – grell, schrill
prissiness -Zimperlichkeit
fey – entrückt, hellseherisch, totgeweiht
ephemeral – vergänglich, flüchtig
tattered – zerfetzt, zerrissen

Irgendwo in der Mitte der tausend Seiten habe ich, der Quer- und Schnellleser, aufgegeben, und bin in die deutsche Übersetzung gewechselt, unfähig, die Geschichte in meinem englischen Lesetempo schnell genug zu Ende zu bringen.

Aber ich habe diese Musik in der Sprache dort nicht so wieder gefunden. Diese Dringlichkeit, die bestürzende Melodie, die einem den Figuren so nah bringt, wie man es sich selbst kaum jemals war. Es ist ein Voyeurismus, der es dir nicht erlaubt, dich zu verschließen, wegzusehen, aufzuhören.

Unmöglich, der Geschichte nicht bis zu ihrem Ende zu folgen. Die Intensität von Sprache und Geschehen halten dich gefangen bis zu ihrem leisen Ausklang.

Sich jemandem verbunden zu fühlen, jenseits alle Normen und Prägungen, das Wagnis des Nichtwissens einzugehen für die fürchterliche Freiheit eines anderen und Liebe zu geben ohne Garantien.

Ein Schrecken, bei dem Nachfühlen nicht möglich ist, unvorstellbar finster, und eine Liebe, die immer dennoch existiert und immer wieder und immer wieder, und deshalb so ungeheuer menschlich ist und davon Zeugnis gibt, was Menschsein alles bedeuten kann.

Lesen! Wenn ihr könnt in der Ursprungssprache.

Hanya Yanagihara: A Little Life. Ein wenig Leben.

Danke an arcimboldisworld.com ohne dessen Rezension mir das Buch entgangen wäre.